Historie
Sportgemeinschaft 2000 Eschelbach
Die SG 2000 Eschelbach entstand aus dem Vorgängerverein SG Eschelbach, der aufgrund finanzieller Schwierigkeiten im Jahre 2000 das Konkursverfahren eröffnen musste. Es entstand rein rechtlich ein völlig neuer Verein. Das Ziel dieses neu gegründeten Vereines lag aber in der Fortführung der Tradition des Fußballsports in Eschelbach. Die neue
SG Eschelbach setzte die Zahl 2000 in ihren Namen als Erinnerung an das Gründungsjahr.
In der ersten offiziellen Mitgliederversammlung am 31.3.2000, bei der sich ca. 100 Personen als Mitglieder eintrugen, wurde Norbert Wallusch zum 1. Vorsitzenden gewählt, der bis heute noch dem Verein vorsteht.
Die SG 2000 Eschelbach hat sich bei Gründung folgende Ziele gesetzt: die Weiterführung der sportlichen Tradition eines Fußballvereines in dem Dorf Eschelbach sowie den fußballbegeisterten Kindern und Jugendlichen eine sportliche Heimat zu bieten. Ganz im Sinne des Vereinsnamens „Sportgemeinschaft" war ebenso die Zielsetzung, eine Gemeinschaft innerhalb des Vereines und mit anderen Vereinen des Dorfes zu pflegen und die Integration in die dörfliche Gemeinschaft zu vollziehen.
Durch die Neugründung war die SG 2000 gezwungen, in der untersten Spielklasse mit dem Fußballspielen zu beginnen. Die Mannschaft, die sich ausschließlich aus Eschelbachern Spielern zusammensetzte, konnte bereits im ersten Jahr die Meisterschaft in der B-Klasse und den damit verbundenen Aufstieg in die A-Klasse feiern. Der krönende Abschluss einer gelungenen Saison wurde in der Mehrzweckhalle mit einer imposanten Meisterschaftsfeier gebührend gefeiert.
Bis zu diesen für alle Vereinsmitglieder, Spieler und Fans erfreulichen sportlichen Erfolgen war es allerdings im wirtschaftlichen Bereich eine lange Durststrecke. Nur mit einem Satz Trikot ausgestattet, ohne Clubhaus und ohne Eigenkapital war der Start des jungen Vereines ein beschwerlicher Weg. Hier hat sich allerdings gezeigt, zu welchen Leistungen Menschen fähig sind, wenn sie zusammenstehen und zusammenhalten. Es wurden Feste organisiert, Flohmärkte veranstaltet und jede Gelegenheit genutzt, um Geld in die Vereinskasse zu bekommen. Nach und nach war auch hier der Erfolg zu verspüren und man stand innerhalb kurzer Zeit auf wirtschaftlichen gesunden Beinen.
Sportlich lief es in der A-Klasse ganz gut, im Jugendbereich wurden nach und nach alle Jugendklassen besetzt und auch hier konnten sportliche Erfolge gefeiert werden.
Um dem Verein wieder eine Heimat zu geben, beschloss man auf einem städtischen Gelände direkt neben dem Sportplatz ein Clubhaus zu errichten. Man war es leid, auch bei schlechter Witterung im Freien vor einem Ausschankwagen die Siege zu feiern und die Niederlagen vergessen zu wollen. So romantisch dies auch war und es erstaunlicherweise sehr viele Aktive und Zuschauer bis spät abends aushielten, im Freien stehend ihr Bier zu trinken, musste eine Lösung her.
Diese zeichnete sich ab, als eine Firma ihre „alte" Kantine, die in Containerbauweise erstellt war, abzureißen. Man verhandelte mit der Firma und konnte die Container übernehmen und der Grundstock für ein eigenes Clubhaus der SG 2000 war gelegt. Wie so oft in der Vergangenheit zeigte sich, zu was man alles fähig ist, wenn Kameradschaft und Zusammenhalt gezeigt wird. Der Transport und die Aufstellung wurden organisiert, die insgesamt 4 Container so hergerichtet, dass ein gemütlicher Clubraum entstand.
So manche Feierlichkeiten hat der Container erlebt und er wurde mit der Zeit regelrecht Kult. Der allseits viel geliebte Container wurde nach und nach immer mehr zum schmucken Vereinsheim ausgebaut. Nicht nur die lang ersehnte Toilettenanlage konnte installiert werden, auch eine Theke mit allen technischen Raffinessen und optischem Glanz war jetzt der ganze Stolz. Gemütlich war es jetzt im Container und das Feiern konnte noch ausgiebiger genossen werden. Sogar ein Lied wurde über den „Container" geschrieben.
Sportlich hatte man sich in der A-Klasse etabliert, in der Dorfgemeinschaft war man ein vollwertiges Mitglied, die Jugendmannschaften hatten einen guten Zulauf und man hätte nach 6 Jahren harter Arbeit sich endlich mal etwas zurücklehnen können.
Doch dann kam ein rabenschwarzes Jahr 2006. Zuerst stieg man aus der A-Klasse in die B-Klasse ab, zwar unglücklich aber letztendlich selbst verschuldet. Hatte man diesen sportlichen Nackenschlag gerade verkraftet und den Neuaufbau einer Mannschaft für die kommende Spielrunde organisiert, so wird wohl keiner der SG Familie den Montag, 19.6.2006 vergessen.
Vom Besitzer des Nachbargrundstückes wurde der 1. Vorsitzende Norbert Wallusch zu Hause mit den Worten aufgeschreckt: Herr Wallusch kommen sie schnell, der Container brennt.
Sofort fuhr er los und als er auf die Bundesstrasse einbog, sah er schon die Rauchschwaden gen Himmel aufsteigen. In seiner Verzweiflung versuchte er mit dem Rasensprenger, der auf dem nahen Sportplatz stand, zu löschen. Wenn ihm auch klar war, dass dies nicht viel helfen würde, so konnte er doch nicht untätig mit ansehen, wie der mit viel Mühe über Jahre aufgebaute Container, die Heimat der SG 2000, ein Raub der Flammen wurde. Die zwischenzeitlich eintreffende Feuerwehr versuchte den Brand zu löschen, doch was nicht Raub der Flammen wurde, war durch das Löschwasser unbrauchbar geworden. Viele SGler waren an diesem Montag zu Hause, da diese bei Abbauarbeiten nach dem 100 jährigen Jubiläum des MGV tätig waren. Sie trafen alle nach und nach an dem völlig zerstörten Container ein und mussten mit ansehen, wie ihr heiß geliebter Container, den sie über Jahre hinweg mit Idealismus und Muskelkraft aufgebaut hatten, völlig zerstört und unbrauchbar vor ihnen stand. Man sah erwachsene Männer hemmungslos weinen.
Da die gesamte Ausstattung im Container gelagert wurde, stand man nach 6 Jahren Aufbauarbeit wieder völlig mittellos dar.
Einige Mitglieder zeigten sich so geschockt, dass sie nicht mehr an einen Wiederaufbau glaubten und resignieren wollten. Einige unverwüstliche Mitglieder trafen sich privat beim
2. Vorsitzenden Werner Brecht und nach einigen Diskussionen entstand eine Trotzreaktion. Jetzt erst recht, hieß die Parole.
Man setzte einen Hilferuf an die Bevölkerung auf und die Aktiven zogen von Haus zu Haus und baten die Bevölkerung um eine Spende. Die örtlichen Vereine zeigten sich ebenfalls großzügig und spendeten für den Wiederaufbau der SG 2000 Eschelbach. Es kam eine sehr große Summe zusammen und man konnte damit wieder an einen Aufbau denken. Himmlische Mächte müssen am Werk gewesen sein, denn nicht nur die Unterstützung der Bevölkerung war sich die SG 2000 sicher, sondern auch ihr im Jahre 2000 in private Hände gefallenes Clubhaus konnten sie wieder als rechtliche Eigentümer nutzen, nachdem ein großzügiger Spender das Clubhaus für die Stadt Sinsheim erworben hat und die Stadt Sinsheim das Clubhaus an die SG 2000 weitergab.
Heute hat die SG 2000 ca. 250 Mitglieder, eine 1. und eine 2. Mannschaft sowie ca. 130 Jugendliche, die den Fußballsport als den schönsten Sport empfinden. Die AH-Abteilung, die Seele des Vereins, tritt nicht nur zum Fußballspiel an, deren Spieler findet man immer wieder als freiwillige Helfer bei allen Festlichkeiten.
Die Philosophie der Verantwortlichen der SG 2000 ist die Pflege der Kameradschaft und der Gemeinschaft und den sportlichen Erfolg mit jungen, einheimischen Fußballern zu suchen. So zeigt sich heute eine spielerisch stark verbesserte junge Mannschaft, die auch die Bindung zu ihrem Verein beweist.
In der Saison 2008/2009 gelang der SG 2000 über zwei unvergessliche Relegationsspiele wieder der Aufstieg in die Kreisklasse A. In dieser Saison bekam die Mannschaft den Beinamen "Ballermänner", der durch die 121 geschossenen Tore und den damit verbundenen Gewinn des Distelhäuser Offensiv Pokals begründet ist. In den beiden darauffolgenden Jahren spielte die SG 2000 stets im oberen Tabellendrittel der Kreisklasse A mit und belegte am Ende jeweils den dritten Tabellenplatz.
Zu den alljährlichen Feierlichkeiten der SG 2000 innerhalb der Dorfgemeinschaft gehören: die Faschingsveranstaltung, die Kerwe, das Dorffest und verschiedene Jugendturniere.
Den Wirtschaftsbetrieb im Clubhaus gestaltet man bisher selbst und hat mit der Verwaltung und wirtschaftlichen Nutzung des gesamten Anwesens eine Menge Arbeit, die von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereinvorstandes mit viel zeitlichem Aufwand betrieben wird.
